Darf man über Demenz lachen? Mit Peter Gaymann
Shownotes
Lachen kommt in der Pflege oft zu kurz, und manchmal macht es sogar ein schlechtes Gewissen. Darf man über Demenz lachen? Und was passiert, wenn man es tut? In dieser Folge von „Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria Podcast zu Demenz und Familie“ spricht Journalistin Peggy Elfmann mit Peter Gaymann über Humor. Peter Gaymann ist Cartoonist und seit vielen Jahren bringt er mit Prof. Thomas Klie den DEMENSCH-Kalender heraus.
Peter erzählt davon, was Humor bewirken kann und wo auch die Grenze liegt. Er sagt: “Es geht nie darum, Menschen mit Demenz auszulachen, sondern darum, gemeinsam über etwas zu lachen, das verbindet.” Anhand von Cartoons aus dem neuen Demensch-Kalender für 2027 sprechen die Peggy und Peter darüber, wie eine Zeichnung den Blick verändern kann. Da ist zum Beispiel das ältere Paar im Heißluftballon, dem beim Blick von oben plötzlich wieder einfällt, dass das Leben schön ist. Peter spricht von seinen eigenen Begegnungen mit dem Thema Demenz, etwa mit Bewohnenden im Pflegeheim oder auch von den Besuchen bei seiner Schwiegermutter. Er beschreibt, wie sich angespannte Situationen oft mit einem kleinen Scherz statt mit einem Vorwurf lösen lassen. „Wenn ein dementer Mensch beim Kaffeetrinken die Tasse nicht richtig halten kann oder irgendwie den Kuchen auf dem Boden bröselt oder so, dann kann man ihn anmaulen, wie das oft passiert… Oder man kann mal einen kleinen Scherz draus machen und kann sagen: ‘Komm, da ist eine schöne Pfütze entstanden mit dem Kaffee, da malen wir jetzt mal was rein.' oder so, man kann das manchmal anders lösen.“
In dem Podcast-Gespräch geht auch um die ernsten Seiten. Peter Gaymann und Thomas Klie haben eine Charta der Rechte für Menschen mit Demenz entwickelt. Darin geht es bespielsweise um das Recht auf Unterstützung im Alltag, auf Würde und auf Freiheit. Illustriert sind diese Rechte mit den Demensch-Cartoons. Diese Charta gibt es als Plakat, das man kostenlos beim Medhochzwei-Verlag bestellen kann.
Peggy und Peter sprechen über überlastete Pflegekräfte und über ein Paradox: Nach einer Diagnose ziehen sich viele Menschen zurück, obwohl ein Netzwerk gerade dann so wichtig wäre. Und Peter macht pflegenden Angehörigen Mut, offen über die Erkrankung zu reden und sich Hilfe zu holen.
Hört gerne hinein in die Folge und leitet sie an andere Angehörige und Interessierte weiter!
Redaktion und Host: Peggy Elfmann
Technik und Produktion: Till Wollenweber
Für Kommentare, Themenideen und Kooperationsanfragen, schreibt gerne an: podcast@desideria.org
Mehr von Peter Gaymann findet ihr hier: Peter Gaymann sowie der Demensch-Kalender 2027 und die Charta der Rechte von Menschen mit Demenz https://www.medhochzwei-verlag.de/Shop/ProduktDetail/demensch-plakat-charta-der-rechte-von-menschen-mit-demenz-386216093
Die Produktion dieser Folge wird finanziell unterstützt vom Rotary Club München Hofgarten. Ganz herzlichen Dank!
Angebote von Desideria:
Angehörigenseminare: Regelmäßing finden Seminare für Angehörige statt. Ihr erhaltet hilfreiche Informationen und könnt euch mit anderen Angehörigen austauschen Weitere Infos und Termine
Expertensessions: Vorträge zu Themen rund um Demenz - Wichtiges Wissen für Angehörige Themen und Termine
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine Pflegerin mit ziemlich drüben Gesicht hält einem älteren Herrn einen Löffel hin und er sagt, ich esse erst wenn sie lachen.
00:00:09: So beginnt der neue Dimensch-Kalender – wer kümmert sich hier eigentlich um wen?
00:00:13: Und was hat Lachen mit guter Pflege zu tun?
00:00:16: Genau darüber spreche ich in dieser Episode Leben lieben pflegen mit dem Mann, der dieses Bild gezeichnet hat Peter Geimann.
00:00:37: Herzlich willkommen zur Leben, lieben Pflegen.
00:00:39: der Desideria-Podcast zu Demenz und Familien.
00:00:42: Mein Name ist Peggy Elfmann ich bin Journalistin und pflegende Angehörige Und hier im Podcast spreche ich mit meinen Gästen über Themen die angehörig und pflegende Beschäftigen.
00:00:54: Heute geht es um etwas das in der Pflege manchmal so kurz
00:00:57: kommt
00:00:57: und vielleicht auch manchmal ein schlechtes Gewissen macht.
00:01:00: Es geht ums Lachen.
00:01:01: Darf man über Demenz lachen?
00:01:04: Was passiert wenn man es
00:01:05: tut?
00:01:06: Mein Gast ist einer der bekanntesten Katonisten Deutschlands.
00:01:10: Viele kennen seine Hühner oder auch die Paarprobleme aus der Brigitte, seit Jahrzehnte zeichnet er über Demenz.
00:01:17: zusammen mit dem Gerontologen und Juristen Prof.
00:01:20: Dr.
00:01:20: Thomas Klee hat er das Projekt Demensch gegründet!
00:01:24: Ich freue mich sehr, dass du da bist.
00:01:26: Herzlich willkommen Peter Geimann bei Lieben lieben Pflegen.
00:01:29: Ja hallo, freu mich auch, dass ich da bin.
00:01:33: Bevor wir anfangen, möchte ich noch kurz Danke schön sagen.
00:01:36: Ein Dank geht an den Rotary Club München Hofgarten.
00:01:40: er unterstützt uns finanziell bei der Produktion dieser Folge.
00:01:44: ganz herzlichen Dank Ja, Peter.
00:01:48: Du zeichnest
00:01:49: schon lange zum Thema Demenz auch und ich hab gelesen, dass das am Anfang gar nicht so klar war wie es funktionieren würde und dass das eine Idee war und du da durchaus skeptisch warst als Thomas Kledig gefragt hat ob du eben auch komische Bilder über Demenz zeichnen kannst.
00:02:07: was hat dich letztlich überzeugt das zu probieren?
00:02:11: Also das ist in so einem Fall immer mein eigener Ehrgeiz Mal zu sehen, ob man es kann oder nicht kann.
00:02:20: Es gibt ja immer wieder in meinem zeichnerischen Leben Situationen und Aufträge wo man erst mal stützt oder wenn man gar nicht weiß, dass man überhaupt eine Idee hat.
00:02:33: Und bei dem Thema Demenz genauso wie andere schwierige Themen Krankheit Kinder-USBs usw.. Da denkt man tatsächlich nicht immer zuerst an das Lachen, sondern hat immer in vor seinem geistigen Auge die betroffenen Gesichter oder weinende Menschen oder traurige Menschen.
00:02:53: Weil etwas schiefläuft im Leben weil es halt nicht rund läuft,
00:02:56: weil es
00:02:57: schwierig ist und so unten hat man oft das Gefühl da darf man jetzt gar nicht lustig sein.
00:03:05: Und letztlich habe ich dann aber gemerkt als sich die Anfrage bekam mal etwas... Humorvolles zu machen zum Thema Demenz.
00:03:15: Habe ich so gedacht, naja also ich hab schon für Kinder Hospice vorher gezeichnet und das empfinde ich ja fast noch tragischer wenn man weiß dass Kinder im Hospiz sind die von vor ihrem erwachsenen Leben sterben müssen.
00:03:28: und das ist auch schlimm.
00:03:30: und trotzdem habe ich dort schon gemerkt, dass man einfach nicht den ganzen Tag nur traurig sein kann sondern auch mal unterhalten werden will, mal lachen will, sozusagen entspannen will.
00:03:42: und ich dachte gut, dann setze ich mich mal hin und probiere es.
00:03:47: Das war ja wie gesagt jetzt glaube schon vor vierzehn bis fünfzehn Jahren und war mir schon nicht sicher der ganzen Sache.
00:03:54: aber ich habe es gemacht.
00:03:57: wie immer wenn ich mir in einem Thema hinsetzte, ich habe einfach mal Ideen gesammelt hab Entwürfe gezeichnet, hab die auf mich wirken lassen, hab sie auch mal anderen gezeigt Und dann wurde daraus ein erster Kalender.
00:04:13: Dieser Kalender, die Originalzeichnungen und der Kalender wurde vorgestellt in Freiburg damals, in der Eingangshalle vom SWR.
00:04:24: An Stillwänden waren die Bilder und da wurden die Kalender ausgehängt... Ich hatte schon ein bisschen Muffensausen vor der Reaktion weil ich hatte zwar schon sehr viele Ausstellungen hinter mir und war auch etwas erfolgsverwöhnt, sag ich mal.
00:04:39: Aber dann denkt man so noch einmal gespannt wenn die Gäste kommen ob sie das nachvollziehen können.
00:04:45: Und wie waren die Reaktionen damals?
00:04:47: Also das Interessante war ja wirklich dass die überwiegend sehr gut waren.
00:04:52: also ich kann mich jetzt auch gar nicht an jemanden der direkt auf mich zugekommen wäre und gesagt hätte es geht ja gar nicht.
00:04:59: Es war sehr gut, die Presse war sofort dabei.
00:05:02: Hat das auch im Fernsehen gebracht diese Eröffnung in der Landesschau.
00:05:08: Schon ein Tag später rief mich die Redaktion von Frank Elstner an damals hatte er noch seine Sendung Leute der Woche und hat mich sofort für die nächste Sendung eingeladen war begeistert von diesem Thema von dieser Art damit umzugehen.
00:05:25: Und da habe ich dann so gedacht naja also Schlecht ist nicht.
00:05:30: Das kann man dann schon machen, also da habe ich gemerkt dass es doch auch Anerkennung stößt und nicht auf Ablehnungen.
00:05:38: Ja ich glaube manche denken so Lachen und Timmens geht das miteinander einher.
00:05:43: aber ich meine Humor ist ein Handwerkszeug ist eine Arbeit seit vielen Jahren.
00:05:49: was bewirkt Humor?
00:05:50: oder warum ist es so wichtig eben auch trotz oder mit oder wegen Timments zu lachen?
00:05:57: Na ja, je älter ich werde... Ich bin jetzt tatsächlich auch schon nicht mehr so frisch.
00:06:02: Je älder ich werde, desto mehr merke ich dass das Humor eine unglaublich wichtige Sache ist.
00:06:10: Früher habe ich so gedacht naja gut im Anführungsstrichen Witze zeigenden Lachen unterhalten macht Spaß und so.
00:06:17: aber mittlerweile halte ich es sogar für eine ganz wichtige Sache den Umgang mit Humor.
00:06:24: Der Humor kann ganz bestimmte Situationen entkrampfen.
00:06:29: Er kann uns über bestimmte Schwellen hinweghelfen, er kann uns unterhalten und fröhlich machen.
00:06:36: Er ist verbindend.
00:06:38: Man kann zusammenlachen über gemeinsame Erlebnisse oder über Dinge, die man gemeinsam erfährt hat so.
00:06:44: Und gerade auch, und das wurde mir jetzt im Laufe der Jahre immer mehr bewusst.
00:06:48: Gerade so in Situationen wo es nicht ganz rund läuft also im Falle von Krankheiten jeder Art von Trennungen, wenn irgendwas schief geht im Leben kennen wir das ja auch dass wir manchmal dann plötzlich ein Freund finden oder eine Freundin und die kann einem vielleicht wieder mal zum Lachen bringen und dann sieht die Welt schon wieder ein bisschen weniger drüb aus.
00:07:12: Also da ist der Humor da was bewirkt, entkramft.
00:07:15: Ich meine das kennen wir ja schon auch aus von dieser ... von dieser Aktion Humorhilfteilen vom Irrschausen und so weiter, dass das stimmt.
00:07:24: also da kann ich schon sagen, dass auch ich kriege immer wieder bekommen immer wieder E-Mails von Menschen die sagen sie haben mein Buch geschenkt bekommen als in Krankenhauslagen oder Sie haben sich sowas übers Bett geblieben als Krankwahn usw.
00:07:40: Also das Das finde ich schon sehr beeindruckend.
00:07:44: Da merke ich dann, dass es jetzt doch auch für mich eine schöne Bestätigung ist.
00:07:51: Ja und ich habe hier ein Kalenderblatt vor mir liegen was das vielleicht zeigt wie Humor helfen kann mit bestimmten Symptomen oder ... Einschränkungen, kognitiven Problemen wie vielleicht der Art zu sagen würde bei einer Demenz umzugehen.
00:08:05: und zwar ist das ein Blatt da steht.
00:08:07: Ich beschreibe es mal kurz für dich, die es uns ja nicht sehen.
00:08:11: Ein älteres Pärchen in der Küche unräumt den Geschirrspülmaschine.
00:08:14: ein so ganz alltägliche Situation.
00:08:17: Sie sagt falls ich vor dir sterben sollte vergiss nicht die Spülmaschine auszuräumen.
00:08:22: Und er antwortet muss ich mir aufschreiben Ja?
00:08:29: Also ich finde es, ich glaube dieses Vergessen ist symptomatisch bei dem Men's extrem anstrengend auch für Angehörige.
00:08:39: und das so ein bisschen auf die Schippe zu nehmen sage ich mal.
00:08:43: Tut irgendwie total gut.
00:08:45: also auch aus angehörigen Perspektive Ja!
00:08:48: Also was ich mich gefragt habe kennst du dieses Paar?
00:08:53: Nein das kennen wir jetzt nicht könnten, aber auch meine Frau nicht sein.
00:08:58: Weil wir selbst im Alltag manchmal so... Manchmal spaß es halber auch so Dinge sagen oder man manchmal sagt man sie ja sogar unabsichtlich und muss dann später lachen wenn man denkt was hat man jetzt wieder geredet?
00:09:11: Aber das ist ein gutes Beispiel was du da ausgesucht hast weil es zeigt eigentlich schon sagst eine ganz alltägliche Situation.
00:09:19: Also es geht nicht um eine abgehobene Darstellungsweise, um irgendwelche Situationen in der Klinik oder so was kompliziertes.
00:09:26: Nein ich hole die Menschen eher da ab wo sie sich befinden im Alltag beim Spazieren gehen, in der Badewanne oder wenn Sie sich im Bett unterhalten oder keine Ahnung also Geburtstag feiern und so weiter.
00:09:42: Und damit erreiche ich natürlich auch, dass sich der Betracht da gut in dieses Bild reinversetzen kann und diese Situation reinversetzten kann.
00:09:52: Bitte schon sagst ist das bei dir zu Hause genauso?
00:09:56: So passiert es ja vielen Menschen, dass dann plötzlich Situationen entstehen gerade wenn's jetzt um die Demenz geht.
00:10:04: Da gehts natürlich immer mal wieder ums Vergessen aber es ist ja nicht gleich immer so furchtbar.
00:10:08: Dann sammelt ihr grade die ganzen Anfänge.
00:10:11: Jeder von uns, ich jetzt mit meinen Sechse-Siebzig Jahren grübel auch immer wieder über irgendwelche Namen nach die mir gerade nicht einfallen oder wo ich denke manches habe ich mir vorhin vorgenommen das und das zu machen.
00:10:23: Jetzt hab' ich's schon wieder vergessen bin schon wieder woanders.
00:10:25: also dass man so merkt da verändert sich.
00:10:28: vielleicht war es auch und ist aber jetzt noch nichts sage ich mal schwierig sodass das Leben beeinträchtigt wird.
00:10:37: Es löst natürlich immer.
00:10:38: Wenn man weiß, dass es Demenz gibt, löst das auch immer Ängste aus.
00:10:42: und da will ich ein bisschen rangehen, dass wir sagen also nicht jedes Mal wenn du jetzt irgendwas vergisst wie der Schauspieler ist, ist es jetzt gleich Demenz als zum Beispiel.
00:10:51: Das wäre eine Sichtweise.
00:10:54: Ich finde, das macht es ein bisschen leichter weil gerade wenn die Diagnose steht oder vielleicht auch wenn sie noch nicht Unheimlich viel im Vordergrund.
00:11:05: So dieses, was nicht mehr geht oder diese anstrengenden Momente werden manchmal irgendwie sehr stark so am Alltag ohne dass man das vielleicht möchte und ich finde es sehr schamant weil's eine Leichtigkeit reinbringt und gleichzeitig du die Würde immer achtest.
00:11:23: also weil ich glaube das ist so dieser Gefahr oder das was man dann manchmal denkt so Lachen über Demenz lachen wir jetzt über Menschen mit Demenz.
00:11:32: Das ist dir auch ganz wichtig und habe mich gefragt, wo ist da eigentlich so diese Gratwanderung oder diese Grenze?
00:11:40: Wie findest du die?
00:11:43: Also die ist bei mir eher so angelegt.
00:11:47: Ich zeichne ja jetzt seit fünfzig Jahren Kartons und bin im Prinzip jeden Tag in meinem Adelier um über viele verschiedene Themenzeichnungen zu machen.
00:11:57: aber mein Verständnis von Humor geht immer dahin, dass ich jetzt nicht jemandem auslachen muss oder jemanden nur benutze für mein Witz.
00:12:09: Gerade wenn es zum Beispiel um benachteiligte Menschen sowieso geht oder wenn halt jemand krank ist oder sonst wie das sich das nicht benutze, um mich über die lustig zu machen?
00:12:18: Oder um sie herabzuwürdigen oder anzugreifen... Es gibt natürlich verschiedenste satirische Formen auch beim Kartonzeichnen wo man vielleicht wenn's jetzt um Politik geht oder um andere Dinge auch ein ärterer Gangart hat, wo man sagt, dann mach ich jetzt mal richtig an oder den greif ich an.
00:12:37: Weil der hat da so und so missgebaut und so.
00:12:39: aber darum geht es mir oft gar nicht.
00:12:42: also nicht nur in dieser Serie sondern ganz allgemein Sondern wie gesagt Es soll darauf hinauslaufen dass man gemeinsam über etwas lachen kann wenn man sagt Mensch das verbindet uns wieder.
00:12:58: Diese Frage, ob ich das auch schon erlebt habe, kommt häufiger bei mir.
00:13:02: Oder die Leute schreiben mir, im Jahr hat es Gefühl zu sein in der Küche gesessen und haben uns zugehört oder so.
00:13:09: Das heißt Dinge, die mir passieren können natürlich ganz vielen anderen Leuten basieren.
00:13:13: Ich bin ja nur einer, der versucht seinen Alltag zu bewältigen.
00:13:18: Und wenn man diese Dinge aufgreift und anführungsstrichen menschenfreundlich dabei bleibt also niemanden herabwürdig dann wird angenommen.
00:13:28: Das habe ich jetzt in drei, zehn, vierzehn Jahre.
00:13:31: Sonst hätten wir diese Kalender gar nicht mehr
00:13:33: gemacht.".
00:13:34: Da merke ich immer wieder, dass die Leute sich darüber freuen und mich bestätigen in den Ausstellungen, dass sie das annehmen, dass Sie lachen, dass es sich auch getrauen zu lachen wenn Sie sowas sehen und jetzt nicht nur so verschäumt zur Seite lachen... Und das finde ich gut.
00:13:56: Da hab' ich so das Gefühl, ich oder wir mit meinem Co-Autor sind da auf dem richtigen Weg.
00:14:02: Ja?
00:14:03: Die Möglichkeit geben über Dinge zu lachen, über die man im Häuslöchern vielleicht gar nicht lachen kann als gutes Ventil ne?
00:14:10: Ja genau!
00:14:12: Man merkt man es auch erst später.
00:14:14: Es gibt ja viele Situationen, die kann man auch mit Humor lösen und auch im Alltag... Ich habe Beispiele gehabt, meine Schwiegermutter war selbst im geschlossenen Heim zum Ende und war Hochdement.
00:14:30: Da haben wir sie sehr häufiger besucht und auch da haben wir mal Geburtstag gefeiert mit ihr oder mit anderen da zusammengesessen.
00:14:37: Und da erlebt man ja dann tatsächlich oft auch Situationen wo man denkt warum ist das alles so tierisch ernst?
00:14:48: Also... Wenn ein alter Mensch oder ein dementer Mensch beim Kaffee trinken, die Tasse nicht richtig halten kann.
00:14:55: Oder irgendwie den Kuchen auf dem Boden bröselt ... Dann kann man ihn anmauern wie das oft passiert.
00:15:02: Kannst du nicht mal gucken, dass der auf dem Tisch bleibt?
00:15:05: Oder kannst du nicht mehr mit der Tasse richtig halten?
00:15:07: Oder man kann einen kleinen Scherz draus machen und kann sagen, da ist eine schöne Pütze entstanden im Café, dann mal was rein-.
00:15:17: Man kann das manchmal anders gelösen.
00:15:20: Ich bin natürlich ein Mensch, der immer, weil er mit dem Humor arbeitet und immer so auch am Denken ist in diese Richtung schneller auf den Punkt dass ich mal das humoristisch auflöse Wenn zum Beispiel meine Schwiegermut da manchmal gar nicht mehr richtig sprechen konnte oder eine Sprache hatte, die ich gar nicht mir verstand.
00:15:43: Dann hab ich sie mir angehört, was sie gesagt hat und hab halt hinterhergesagt ... Ich nehm's mal als Kompliment so.
00:15:50: Ja?
00:15:51: Weil ich hätte auch sagen können, red doch deutlicher!
00:15:53: Oder sag es noch mal... Das sind alles Dinge, die man manchmal gar nie so ernst nehmen soll wenn man sich dann auch selber selber Stress macht und dem anderen vielleicht auch.
00:16:08: Ich denke gerade über dieses Wort Freiheit und Freisein total nach, also so ein bisschen freier sein im Umgehen mit Menschen, mit Demenz.
00:16:17: Da kennst du wahrscheinlich auch diese Kommunikationsregeln wo es dann umgeht wie redet man miteinander und die sind natürlich total wichtig.
00:16:25: aber ich glaube was ganz anderes muss eigentlich auch im Gehirn oder im Herz oder wo immer stattfinden sich so ein bisschen zu lösen von dieser Perspektive.
00:16:36: meine Welt ist die richtige und es gibt nur die einzig Richtige und ich glaub genau deshalb Funktionieren auch deine Quartouns so gut, weil sie sich so diese Zwischenwelt ein bisschen rausnehmen und vielleicht auch in Frage stellen.
00:16:51: Was ist denn tatsächlich die Realität oder die Wirklichkeit?
00:16:54: Das
00:16:55: war wirklich... Da kann ich ja auch eine kleine Geschichte beitragen, weil tatsächlich mal in diesem Heim, in dem meine Schwiegermutter dann wohnte, eine andere Bewohnerin des Heimes auf mich zukam schaute mich an und sagte, wo geht's denn hier zu den Normalen?
00:17:16: Ich war so überrascht, dass ich auch lachen musste.
00:17:19: Und gesagt habe, das wüsste ich selbst gerne!
00:17:22: Weil was ist normal?
00:17:25: Wer ist
00:17:25: normal?!
00:17:27: Ich als Katholenseichner, der immer beobachtet und viele schräge Dinge erfindet.
00:17:33: für mich waren die Situation im Heim natürlich nicht einfach aber... Dadurch, dass es manchmal schräge, dass man außer Kontrolle geraten von Bewegungen oder Sprache oder Verhaltensweisen.
00:17:50: Das empfinde ich jetzt gar nicht so dramatisch, das ist ein bisschen ähnlich wie wenn du mit Kindern spielst die jetzt auch nicht immer nur Artikel am Tisch sitzen, sondern wieder runter springen oder umfallen.
00:18:03: Oder irgendwo sich im Papierkorb verstecken oder irgendwelche Sachen machen.
00:18:08: wo du denkst ist es nicht erwachsend gemäß aber da findest das noch lustig.
00:18:13: Aber wenn's halt mal ältere Menschen betrifft dann denkste immer nein das geht ja überhaupt nicht.
00:18:18: Das macht mich ja total fertig.
00:18:20: gucken wir was der wieder macht.
00:18:22: Also da ein bisschen mehr Freiheit bisschen mehr Lockerheit das fände ich schon gut Wobei ich natürlich weiß, dass es dann irgendwann auch Grenzen gibt oder Dinge gibt.
00:18:31: Die kann man oft dann wieder nur ganz schwer noch steuern oder aushalten.
00:18:37: also das will ich ja jetzt nicht wegputzen damit.
00:18:40: Das ist als vielleicht wenn's jetzt im einen Stadium ist und so... Dann gibt es wenig Situationen wo man jetzt noch groß lachen kann.
00:18:47: Vielleicht auch derjenige, der der kranke Mensch hat dann oft auch das gar nicht mehr nachvollziehen kann was da passiert ne?
00:18:57: Da überwiegt dann vielleicht schon manchmal dauernd doch der Stress oder die Hilflosigkeit.
00:19:03: Ja, aber trotzdem diese andere Perspektive und ich hab hier ein Karton aus dem neuen oder genau den neuen Kalender für twenty-sevenundzwanzig liegen.
00:19:11: Da ist ein älteres Paar fliegt in einem Heißluftballon über die Erde wunderschöne Aussicht, hinten ist ein Sonnenuntergang so wie man sich das ganz romantisch vorstellt.
00:19:20: und sie fragt UND!
00:19:21: Und er sagt jetzt fällt es mir wieder ein Das Leben ist schön.
00:19:27: Ja, also ich finde das Bild sagt total viel für die Angehörigen auch.
00:19:35: Für beide Seiten wo ich denke in dem Moment wo du dieses Diagnose hast ist es a immer gut sich ruhig erstmal normal so normal wie's geht weiter zu bewegen und zu agieren Dinge zu tun, die einem Freude machen.
00:19:55: Wo man vielleicht denkt, vielleicht kann ich das in zwei Jahren nicht mehr oder so und es ist natürlich ein Symbolbild mit diesem Heißluftballon der über der Erde schwebt und man sieht schöne Bergeflüsse und das Meer also einfach eine tolle Landschaft, schönen Sonnenuntergang.
00:20:15: dass man auch in bestimmten Situationen ruhig mal den Überblick wiederkriegen von oben nach unten guckt.
00:20:25: Man kennt das ja, wenn man aus dem Hochhaus oder so runter guckt auf die Straße und die Menschen plötzlich wieder kleiner sind und die ganzen Probleme dann plötzlich auch wieder ein bisschen kleiner sind weil du denkst noch insgesamt ist es schon toll.
00:20:40: Das siehst da nicht mehr ... Du wirst vielleicht nicht nur jetzt völlig gefangen genommen davon Weil der jetzt halt morgen gerade schwindelig war oder gerade schlecht war, du kannst vielleicht dann wieder ein bisschen Abstand gewinnen im wahrsten Sinne des Wortes und den Blick von oben nach unten.
00:20:55: Das wollte ich mir diesen Bild ein bisschen zeigen weil ich selbst bin auch schon mehrfach mit so einem Eiswürfballon geflogen und das war so ein tolles Erlebnis.
00:21:05: Weil es nicht ein Flugzeug war wenn man freien ist, wenn man schwäb Wenn man keine Geräusche hört, der Ballon fliegt ja mit im Wind.
00:21:13: Also es ist so ein raumhaftes Kleiden über die Landschaft und man sieht die Menschen unten.
00:21:22: Man kann manchmal sogar runterrufen um mit denen reden.
00:21:24: also das finde ich einfach ein schönes Bild dafür dass man somit so betroffenen Menschen auch haben so schöne Ausflüge machen können oder mal wieder so ein bisschen über sich hinausgehen kann.
00:21:38: Du machst den Kalender und die Zeichnungen.
00:21:39: Es ist ja ein gemeinsames Projekt von dir und Thomas Klee, wie kann ich mir das vorstellen?
00:21:45: Wie arbeitet ihr zusammen?
00:21:47: Ja aber es läuft seit vielen Jahren eigentlich sehr gut wenn nicht mit Tomas Klee zusammenarbeiten weil er kommt natürlich eher so vom theoretischen und der Forschung her.
00:21:57: zum Thema Demenz.
00:21:59: Ich über den Humor über die Zeichenungen Aber wir finden uns immer zusammen.
00:22:04: Wenn ich die neuen Entwürfe für den nächsten Kalender mache, dann sitzen wir häufig auch bei mir in meinem Atelier.
00:22:12: Schauen uns meine ersten Güsse an und er kann manchmal auch Geschichten beitragen oder ein Thema ... bringen, was ich vielleicht bisher noch gar nicht aufgegriffen hatte und so weiter.
00:22:27: Und so versuchen wir uns ein bisschen zurechtzuwursteln.
00:22:31: Und letztlich zeichnen muss ich es natürlich oder letztlich entscheiden schon auch manchmal ... Was finde ich jetzt halt lustig?
00:22:38: Oder was nicht lustig.
00:22:39: Manchmal gibt's natürlich auch Themen über die man gut zeichne könnte aber die halt jetzt nicht viel mit Tumor zu tun haben.
00:22:46: Aber die Zusammenarbeit mit Thomas ist ja ganz fruchtbar!
00:22:50: Ich würde gerne mit dir noch über was ansprechen.
00:22:52: Und zwar neu in diesem Kalender und ja auch als Poster ist, dass ihr so eine Schata der Rechte für Menschen mit Demenz habt.
00:22:59: Und jeweils auf der Rückseite von der Postkarte steht eben ein Recht.
00:23:05: Hier zum Beispiel steht jetzt das Recht auf Unterstützung im Alltag.
00:23:10: oder beziehungsweise die Lebensqualität von Menschen mit Dementz hängt entscheidend von der individuellen Alltagsgestaltung ab.
00:23:18: Genau!
00:23:19: Also auch aus Deiner Erfahrung, was braucht es denn?
00:23:21: Dass Menschen mit Demenz im Alltag teilhaben können.
00:23:26: Und warum habt ihr das mit aufgenommen als dezidiertes Recht?
00:23:31: Wir haben diese Rechte mal auf... Allgemein ist mal zu den Rechten, das sind ja im Prinzip Dinge die man oft für selbstverständlich halten könnte oder sollte.
00:23:41: Dass man Recht auf Würde hat oder Recht über Recht auf Freiheit und dass man nicht eingesperrt wird oder Recht auf eine Ansprache, die man versteht oder recht auf Hilfe usw.
00:23:57: Das finde ich klingt oft so selbstverständlig – is es aber oft gar nicht!
00:24:03: in ganz vielen Fällen ist, wenn du krank bist.
00:24:06: Selbst wenn du andere Krankheiten hast, denkst dir oft ja und jetzt was mache ich jetzt?
00:24:10: Ist gar keiner da, ja?
00:24:12: Selbst wenn ich in den Arzt brauche, kriege hier erst einen Termin in sechs Wochen, der Andere ist gerade verreist, da geht nix, sage nichts und denkst ja und Jetzt muss ich jetzt in eine Notfallklinik.
00:24:21: oder was passiert?
00:24:22: Wer hilft
00:24:23: mir?!
00:24:23: Und ich glaube da ist schon das man sich mal formuliert und sagt jeder sollte auch das Recht haben auf Unterstützung!
00:24:30: Das meint nicht nur auf, sag ich mal, ärztliche Unterstützung oder Pflege.
00:24:35: Sondern das können Nachbarn sein.
00:24:39: Das kann da man im Einkaufsladen sein in der Bank oder wo auch immer die Polizei wenn die Leute sich mal verlaufen und so weiter.
00:24:46: Dass dass man lernt und auch die Bevölkerung sozusagen dazu ein bisschen unterstützt, dass ihr das kapieren, dass es wichtig ist, wenn man solche Menschen trifft, Manchmal auf ganz einfache Weise helfen kann, sie wieder auf die Spur zu bringen oder zu Hause abzuliefern.
00:25:04: Oder mal anzurufen irgendwo und... Und wenn auch jetzt so jemand einmal zum fünfmal am Tag in die Bank kommt und jedes Mal fünftausend Euro abgehebt das der Bankbeamte dem nicht immer geliebt sondern auch mal sagt kommen wir versuchen ja doch da anzurufen oder diesen jenes also Nachbarschaftenhilfe sich auch gegenseitig mal helfen will.
00:25:24: einer vielleicht sagt ich Heute muss ich jetzt aufs Amtenwerk, kann mal so lange auf meinen Opa aufpassen oder so.
00:25:30: Das finde ich enorm wichtig und ich glaube je mehr wir das propagieren und auch zeigen und diese Bilder zeigen und darüber reden, desto mehr werden die Leute es auch verstehen.
00:25:42: also als ich anfing vor fünfzehn Jahren hatte ich das Gefühl weil das noch längst nicht soweit wie heute da ist schon sehr viel passiert
00:25:49: dass viel passiert und trotzdem empfinde ich das immer noch als ein Großes Tabu-Thema, das Thema Demenz.
00:25:57: Gerade auch Menschen mit der Diagnose oder mit diesem Verdacht ... Auch als Angehöriger fällt irgendwie immer noch extremst schwierig, darüber zu sprechen.
00:26:06: Was ich auch oft höre und auch selber so erlebt hab das ... Wenn die Diagnose fällt dass sich dann das Umfeld sehr zurückzieht.
00:26:14: Und gerade dann du hast gesagt eigentlich wär's so wichtig ein Netzwerk zu haben Menschen, die da sind und man muss auch gar nicht viel machen Aber irgendwie nicht alleine sein.
00:26:22: und auch als Angehöriger tut es ja gut wenn du Menschen hast, die unterstützen und gleichzeitig ziehen sich ganz viele Menschen zurück.
00:26:30: Ich finde das als ein großes Paradox, weil einerseits geht die Mensch sehr viele Menschen an und pflegen und kümmern.
00:26:36: Nicht nur die Menschen, sondern generell Krankheiten und Sorgen.
00:26:39: Und andererseits wollen wir irgendwie nicht richtig hinschauen oder tun so ... Also wenn wir reden nicht drüber, dann wird es uns schon nicht passieren, hab ich mal so'n bisschen das Gefühl.
00:26:49: Aber
00:26:49: gleichzeitig braucht es eigentlich dieses ... Ich möchte das nicht dementsnormalisieren.
00:26:57: Aber schon irgendwie so mehr ...
00:26:59: Das gehört halt dazu, ja?
00:27:00: Genau es ist halt ... So wie
00:27:01: andere mal eine Krippe.
00:27:02: Ein Kripe ist jetzt nicht vergleichbar logischerweise aber Krankheiten im Allgemeinen kann auch eine G-Behinderung haben und kann ich mir alleine auf die Straße oder so.
00:27:11: Und ich erinnere mich an eine Veranstaltung.
00:27:14: Ich glaube du warst sogar dabei wo auch ein älterer Herr auf der Bühne stand und uns erzählt hat, dass er die Diagnose Demenz hat.
00:27:27: Und er hat selbst auf der Bühne noch ganz flüssig oder fast komplett blüssig erzählt wie sie ihm damit geht, wie die Umgebung reagiert.
00:27:38: Wie er sagt plötzlich merkst du das die Hälfte deiner Freunde nicht mehr dich anruft andere rufen dafür vielleicht umso mehr an aus dem Beruf dann sofort entfernt, obwohl er eigentlich noch so vieles könnte.
00:27:54: Weil er ja noch gar nicht wirklich so dement ist, dass er jetzt plötzlich jeden Termin vergessen würde.
00:27:59: Also da habe ich schon gestaunt wie er eigentlich uns als dementer Mensch vorgetragen hat was da eigentlich alles so passiert?
00:28:09: Ich meine ich will es niemand verteufeln aber es ist glaube ich für viele haben da einfach so eine gewisse Angst mit dem Umgang.
00:28:17: Das ist ja derselbe, wenn du einen Unfall siehst und du schaust weg auf der Straße.
00:28:23: Braucht ihr nicht mal mit dem Fahrrad hinfliegen oder den Kopf flogen?
00:28:25: Du läufst einfach weiter anstatt zu helfen.
00:28:28: Weil du Angst hast, da machst ein Fehler, werde ich jetzt nur angemusst.
00:28:31: Ich habe eigentlich gar keine Zeit.
00:28:33: Ich kann das ja gar nicht umblablabla.
00:28:35: Also ich glaube, da können wir viel Erziehungsarbeit leisten.
00:28:38: Ist auch schon vieles denke ich.
00:28:40: Ich
00:28:40: bin so leistet es mit deinen Bildern auch echt viel dazu.
00:28:44: überhaupt das Thema ... also dass Menschen Lust haben sich... mit dem Thema zu beschäftigen.
00:28:49: Ich habe schon ein paar Ausstellungen auch von dir gesehen, wo Bilder hingen und dann bleiben die Leute stehen und sprechen drüber und manche schmunzeln dann so nach dem Motto, ah ja, kenne ich!
00:28:59: Ich finde das macht es einfach viel leichter.
00:29:03: und auf der Schata geht's ja auch für mich noch ein bisschen.
00:29:06: Anspruch an fachlichen Pflegekräfte mit dem Recht auf medizinisch-pflegerische Versorgung oder Rechtsschutz auf Freiheitseinziehungen, was ja eigentlich echt beides sehr ernste Themen sind.
00:29:21: Inwieweit glaubst du brauchen auch pflegefach Kräfte unserer Gesundheitssysteme einen anderen neuen Blick auf das Thema Demenz und Pflege?
00:29:31: Das kann ich vielleicht gar nicht so viel dazu sagen, weil täglich vor Ort bin in solchen Kliniken oder in solchen Heimen, wie die Situation ist.
00:29:40: Die wird natürlich auch unterschiedlich sein, gehe ich mal davon aus.
00:29:44: Mein Einfaktor wird ja immer wieder genannt, dass natürlich die Leute, die dann die Pflege übernehmen, oft wieder total überfordert sind und zu wenig Zeit haben für Einzelne, dann in einem Heim mit dreißig Leuten nur zwei Pfleger sind, die sich den ganzen Tag da kümmern sollen.
00:29:59: Das habe ich gerade vor kurzem wieder gehört.
00:30:02: Da will ich den Pfleger oder der Pflegarin noch nicht mal einen großen Vorwurf machen.
00:30:05: Das ist natürlich auch, da kommt man ja schon wieder jetzt so mehr ins Politische weil wenn Fliegekräfte nie ausreichend bezahlt werden oder die Stundenpläne so sind dass das die völlig überfordert sind, dass es sich einem Patienten nur ein paar Minuten widmen können und dann sitzt er wieder den ganzen Tag alleine da muss gucken wie er klarkommt.
00:30:26: Das finde ich schon, also sehr schwierig.
00:30:29: Wie gesagt, ich will eben nicht behaupten dass jetzt alle Pfleger oder Pflegarin da zu wenig Ahnung haben das Gegend.
00:30:36: Da habe ja auch schon ganz anderes erlebt.
00:30:38: aber es ist vielleicht einfach die sind da auch zum Teil einfach allein wieder und deswegen ist es natürlich manchmal sagt man ja auch möglichst vielleicht schon lange, wenn es geht auch seine Verwandten oder so zu Hause pflegen.
00:30:55: Oder halt Unterstützung suchen andere.
00:30:58: Es gibt ja mittlerweile alle mögliche Informen und glaube Wohngemeinschaften dies und jenes wo man auch mal sich Hilfe holen kann.
00:31:05: das ist zum Beispiel wichtig Man hat inzwischen schon mehr Ansprechpartner und mehr Adressen wo man sich auch mal Hilfe holt.
00:31:11: Und trotzdem ist es für dich dann auch ein bisschen so eine Kritik am System.
00:31:15: Also gerade diese Eingangskarton, die Pflegerin reicht den Löffel und die Person mit Demenz ist eigentlich ganz freulich drauf und sagt dann ich esse erst wenn sie lachen.
00:31:29: Ja also wenn die Pflegerin schon fast krank ist vor Arbeitsüberschuss oder so ja?
00:31:37: Oder weil sie das auch nicht versteht oder nicht verstehen will natürlich Probleme auftauchen, wenn du jetzt hier im Heim bist und du musst so und so viele Leute füttern.
00:31:49: Und du denkst ich schaff das gar nicht da eine, der kläckert schon wieder rum und sitzt alleine und dem müsste ich auch helfen.
00:31:54: Da bist du wahrscheinlich auch ernster.
00:31:56: aber auch da gibt es ganz sicher habe ich natürlich auch schon mit solchen Pflegern gesprochen die selbst auf der Palliativstation sind und so die gesagt haben bei uns geht's auch lustig zu ja wir Wir spielen uns auch die Bälle zu, wir versuchen da auch gute Laune zu haben.
00:32:14: Denn ich glaube wenn du als Pflegender schon mal nicht ständig nur schlechte Laune hast, dann überträgt sie das ja auch auf den anderen.
00:32:23: In dem Moment wo ich jetzt selber verletzt bin und da kommt es andersher, ja ich habe keine Zeit aber wo tut's weh?
00:32:30: Komm' ich schmier dich schnell in Salbe drauf, dann muss ich aber sofort los oder... angespannt, weil du denkst dir willst dem gar nicht so zur Last fallen.
00:32:39: Also wenn einer kommt und sagt komm mal in aller Ruhe.
00:32:41: jetzt setzen wir uns erst mal an wo hin.
00:32:45: ich hab wirklich das war schon fast was vor was schon dacht wie im Kino.
00:32:50: also ich hatte auch immer so eine veranstaltung und ausstellung zum thematement in der Nähe von Bremen und da bin ich schon ein paar stunden vorher angereist mitm zu bin dann noch spazieren gegangen Und dann plötzlich spricht mir eine Frau mit Rollator an und sagt, Entschuldigung ... Können Sie mir helfen?
00:33:12: Ich find den Heimweg nicht.
00:33:14: Ich wohne in der Sonnenstraße zwölf, sag ich jetzt mal.
00:33:19: Da hab' ich auch kein Problem.
00:33:20: Gugel ich mal schnell abgeguggelt, hab gesehen die Sonnenstrasse zwölft gibt's gar nicht in diesem Ort.
00:33:27: In der Sonnensstraße gab es in einer Stadt dreißig Kilometer entfernt oder so.
00:33:32: Dann dachte ich ja also komisch Doch, doch.
00:33:34: Ich wohne hier.
00:33:35: Das ist nicht weit!
00:33:36: Ich bin jetzt nur in die falsche Richtung.
00:33:41: Dann hab ich dann auch irgendwie zu ihr gesagt ... Es war nämlich ziemlich kalt.
00:33:46: Sie hat dann auch gesagt, ja, ich friere langsam und so weiter.
00:33:49: Da hatte sie noch einen Teppich da in seinem Körbchen gehabt, aber hab ich die immer ein bisschen zugedeckt.
00:33:55: Dann sind wir zum nächsten Supermarkt, um der Ege war.
00:33:58: Hab gesagt, da gibt's ein Café, da ruck mal uns erst mal hin.
00:34:01: So, da wart ich schon mal ... Ganz zufrieden, dass sie überhaupt da war.
00:34:05: Und dann hab ich bis zum Rumtelefoniert auch mal Polizei und so angerufen.
00:34:10: Dann haben die gesagt ja es gibt ja direkt um die Ecke da so ein Altersheimwaschernis.
00:34:16: Die Dame da halt spazieren gegangen hat das vielleicht ... Die Sonnenstraße war vielleicht früher mal ihre Straße wo sie gewohnt hat und so ohne.
00:34:26: Sie war dann so dankbar, dass sich da wieder von ihren Pflegern abgeholt wurde hat mir noch dreimal gesagt, ich würd's jetzt sehr gern zum Kaffee einladen.
00:34:37: Aber sie müssen wissen, ich bin verheiratet tatsächlich.
00:34:41: Da hab' ich gesagt das ist ja schon wieder genau eigentlich das.
00:34:44: Da habe ich dann auch geladen und hab' gesagt Bissensich!
00:34:46: Ich bin auch verheiraldet.
00:34:49: Also so... Und da löst sich sowas einfach.
00:34:54: Und die Sitz nicht nur Drama.
00:34:56: Wenn die Frau tatsächlich keinen gehabt hätte, vielleicht wär es jemand anders gewesen als ich.
00:35:01: aber Da hätte man sich auch irgendwo verlaufen können in der Ecke, wo gar keine Leute mehr sind.
00:35:08: Dann ist es dann schon schwieriger.
00:35:10: Aber das meine ich damit ... Man muss vielleicht ein bisschen Geduld haben und Zeit haben.
00:35:17: natürlich wenn alle immer nur wegrennen oder weggucken, bringt's das nicht?
00:35:21: Ich fand's damals spannend weil eine Stunde bevor ich selbst über dieses Thema konfrontiert wurde mit der Wirklichkeit.
00:35:29: Wir reden hier nicht über irgendwelche Fälle, die nur einmal im Leben basieren.
00:35:35: Das ist ja heute Wirklichkeit.
00:35:37: Wie sei es zu schön?
00:35:38: Früher hieß es bei den Kriegsdienstverweigerern immer, wir sind schon viele und es werden täglich mehr.
00:35:44: Ja leider...
00:35:46: Also es braucht ja schon auch irgendwie eine bestimmte, weiß ich nicht Geduld oder Ruhe um diesen Humor zu behalten.
00:35:53: Und du weißt selber auch aus so pflegender Sorgen der Angehörige hat man das am Alltag nicht unbedingt oder nicht immer Gibt's was, wo du sagst, das hilft dann zurückzukommen?
00:36:06: Ja.
00:36:06: Das ist ja für viele pflegende Angehörige und Freunde und so oft ein Problem, dass sie dann sagen, ich bin eigentlich jetzt völlig fertig.
00:36:16: Ich kann nicht vierundzwanzig Stunden am Tag meinen Vater oder meine Mutter pflegen.
00:36:21: Und muss auch mal schlafen.
00:36:23: Muss auch mal eine Freundin treffen oder möchte immer wieder ins Kino gehen.
00:36:27: Da kommt man an einen Punkt, wo die sagen, das ist alles genau richtig ... So, und man muss versuchen mit aller Kraft das auch zu machen.
00:36:36: Dass man auch für sich sein kann.
00:36:38: Das bedeutet natürlich dass man dann weiter irgendwo versucht eine Hilfe zu kriegen.
00:36:43: aber manchmal ist es auch so, dass ich die Menschen selber im Weg stehe und denke nein, das kann nur ich oder das gebe ich überhaupt nicht ab oder sie kriegen sofort ein schlechtes Gewissen Wenn sie jetzt denken, ich kann tagspazieren gehen.
00:37:00: Das geht ja gar nicht und dann muss ... Also dass man das auch da vielleicht wieder zu verbissen nimmt...
00:37:08: Und
00:37:09: eigentlich gar niemanden dabei was viel bringt.
00:37:12: Weil wenn du schlecht drauf bist und völlig ausgelaugt bist, dann überträgt sich das sowieso auch wieder auf deinen Patienten.
00:37:21: Ich denke ... Ja, ich meine nicht jeder findet sofort Lösungen.
00:37:25: aber man kann sich vielleicht Und das sind so Dinge, die man manchmal, wenn man Hilfe sucht bei Vereinen oder bei irgendwelchen Unterstützern.
00:37:32: Oder auch in der Nachbarschaft befreundet.
00:37:34: Man muss halt offen damit umgehen ...
00:37:37: Dass
00:37:38: man es nicht denkt... Das kann ich meiner Nachbarin gar nicht erzählen, dass mein Mann, wenn er das hat, meinen Freund nicht zumuten oder so Sachen.
00:37:46: Nein!
00:37:46: Da muss man wirklich ein bisschen mal einen Schritt machen und sagen Ich mute den zu und sie werden sehen, das wird jetzt die Welt dabei nicht untergehen.
00:37:55: Und man kann auch mal eben fragen, wer kann mir helfen oder wenn es nur für drei Stunden ist.
00:38:03: Also ich denke das ist ein Schritt, den natürlich auch die Angehörigen machen sollten und jetzt nicht zu sehr vor lauter Angst.
00:38:10: da macht jemand anders, macht's falsch?
00:38:12: Oder ja so... Auch da hab' ich so eine nette Geschichte erlebt von einem Mann, dessen Frau gestorben ist an Demenz, der hat mir auch erzählt er wäre Sein Sohn, der wäre manchmal eingesprungen.
00:38:25: Wenn er gesagt hat, er möchte mal wieder zwei, drei Tage am Wochenende mit einem Freund wandern, um den Kopf wieder freizukriegen.
00:38:30: Sonst hat er immer die ganze Zeit seine Frau gepflegt und von so einer Wanderung ist er zurückgekommen und seine Frau hat ihn gesehen und gesagt, es sind sie denn?
00:38:41: Und er hatte ihr dann geantwortet, na ich bin's doch.
00:38:44: Dein Mann!
00:38:46: Sie wird dann wieder schön
00:38:47: wärs.".
00:38:49: Hat dann selber gelacht, wie er das erzählt hat und sagt, wir hatten vieles aus Situationen.
00:38:55: Die könnten Sie direkt mitschreiben?
00:38:57: Die waren halt auch... Da mussten wir auch manchmal lachen!
00:39:01: Man kann dann nicht mal denken, oh Gott, ihr kennt einen Mann, ich bin so ganz furchtbar.
00:39:05: Aber man kann das nicht ändern.
00:39:09: Und was man nicht ändern kann muss man versuchen anzunehmen oder muss versuchen damit umzugehen So wie, also dass man kreativ wird.
00:39:20: Das fällt mir natürlich immer leichter weil ich immer mein Leben lang kreative sein musste in der Arbeit oder in Situationen und Dinge allein zu bewältigen usw.
00:39:29: Aber das kann auch nicht jeder.
00:39:31: deswegen will ich da niemand... Verteufeln, wenn das nicht kann.
00:39:36: Aber ich kann es nur anregen und dass sie auch logischerweise ...
00:39:40: Ich sage mal mutig sein und ausprobieren.
00:39:43: Ja, ausprobierend.
00:39:46: Man kriegt ja inzwischen schon über Filme oder bestimmte Bücher vom Prominenten ein bisschen mit, wie man die Dinge gehen könnte.
00:39:55: Und da wär's ja schon nicht schlecht, wenn man sich einfach noch mal völlig immer wieder informiert.
00:40:04: Die Tata ist auch so eine Möglichkeit.
00:40:07: Was wünscht ihr euch konkret dafür und für wen ist sie gedacht?
00:40:10: Man kann sie übrigens bestellen, auch gratis bestellen.
00:40:14: den Link stelle ich in die Show notes.
00:40:17: Genau!
00:40:17: Für wen ist es konzipiert und was wünschst du dir euch dafür?
00:40:21: Ja nun wir haben das ja als Begleitmaterial zu dem jährlichen Kalender jetzt mal entwickelt.
00:40:28: Weil A. um diesen Kalender auch zu bewerben und aufmerksam zu machen darauf, dass es diese Bilder überhaupt gibt.
00:40:37: Und das ist auch spürbar!
00:40:40: Ich habe wirklich die letzten Jahre ... ich mach jetzt nicht in meinem Allee und mache täglich Werbung für meine Demenzkartons usw.
00:40:49: Es kommen immer mehr Anfragen.
00:40:52: Was sind das für Bilder, wo kann ich die bestellen?
00:40:56: Darf ich sie verwenden in einem Podcast oder darf ich die verwenden bei einer Powerpoint-Präsentation.
00:41:02: Oder wenn ich hier einen Flyer drucke... Wir gehören zur demenzfreundlichen Statue, wir gehören zu dieser alzheimer Gesellschaft.
00:41:10: Also da kommen schon immer mehr solche Anfragen und dann haben wir gedacht, wir könnten das ja mal so unser Statement über diesen Kalender und unsere Vorstellungen der Rechte für demente Menschen auf den Plakat drucken sodass man es jederzeit in einer Ausstellung oder Buchhandlung oder irgendwelchen Heimen oder sonst wo aufhängen kann.
00:41:32: Und das ist der Sinn der Übung.
00:41:33: Plakate wollen ja gesehen werden, deswegen macht man sie und deswegen sollen sie auch jetzt nichts kosten sondern lass mir da einfach mal, dass die jetzt einfach mal ein bisschen unter die Leute kommen.
00:41:45: Ja ich wünsche dem Plakat und generell im Kalender oder im Buch, dass ganz viele Menschen sie noch treffen werden.
00:41:53: und weißt du was ich mich gefragt habe?
00:41:54: Wie ist eigentlich die Reaktion von Menschen mit Demenz auf die Kartons?
00:41:59: Genau.
00:42:01: Manchmal weiß ich das gar nicht mal, wo die Reaktion so herkommt.
00:42:04: Er stimmt
00:42:05: ... Ja!
00:42:07: Aber nein, ich hab schon direkt solche Resonanzen erfahren von solchen Menschen, weil ich war ja auch schon bei solchen Veranstaltungen, wo auch Betroffene und so weiter immer sind.
00:42:17: oder ich hatte eine Veranstaltung und ne Ausstellung in einem Altersheim in Freiburg.
00:42:23: da haben richtig so mit sechzig Bildern in den Fluren und mit so ner Eröffnung Da hingen diese Bilder, auch neben anderen Kartons von mir noch in den Fluren.
00:42:35: Und diese Menschen haben die anschauen können und da habe ich sehr gute Resonanz von den Leuten gekriegt.
00:42:40: also die haben als die Ausstellungen nach ein paar Wochen abgehängt worden sofort gefahren.
00:42:45: viele gefragt ja es kommen sie nächstes Jahr wieder mit ihren Bildern oder so oder ich bin jeden Tag auf dem Weg zum Ausgabe durch ihre Ausstellung gelaufen hat mich immer wieder angeguckt eigentlich eine gute Resonanz bekommen.
00:43:01: Und das war ja schon, ich sag mal die Zielgruppe, die waren es nicht alle im Ende.
00:43:06: Die waren sehr alt oder geprengt oder mit Rollator oder sonst wie... Ich hab wirklich auch schmunzeln müssen als ich da die Eröffnung gemacht habe.
00:43:13: Dann gab's so ein, ich sage mal, im Heim so einen Parkplatz wo vierzig Rollatoren standen.
00:43:20: Wie draußen die Motorrad gängen!
00:43:23: Das sind Bilder die könnte ich jederzeit wieder auch mal aufgreifen und so, ne?
00:43:30: Also da... Ich glaube es ist im Prinzip nur so eine Art.
00:43:35: Wir müssen da was sprengen wir müssen diese wie du sagst Mut haben mal so ein bisschen offener also heran zu gehen dass man da weder mit zu viel Angst noch mit zuviel Sorge noch Verklemmung oder so anders rangeht, dass das tabuisiert wird.
00:43:52: Dass es irgendwie immer nur schlimm ist.
00:43:55: Sondern dass man auch das einfach mal annimmt und guckt wie bei anderen Dingen auch.
00:44:00: was kann ich jetzt draus machen ja?
00:44:02: Wenn sie den Urlaub fahren haben Sie auch das Gefühl, ich will sie den urlaub fahren und wir Sonnenschein haben.
00:44:07: Und wenn's halt nicht.
00:44:08: Sonne scheint und es regnet dann sagen sie auch da gibt's ein schönes Museum die gehen wir halt ins Museum.
00:44:12: So Dann füllen sie eine andere Lösung, anstatt sie auf der Straße stehen und heulen.
00:44:17: Es regnet so eine Kacke!
00:44:18: Dafür habe ich doch nicht
00:44:19: bezahlt.".
00:44:20: Also es gibt immer zwei Möglichkeiten mit den Dingen umzugehen.
00:44:25: Und Tumor ist halt ... Manche haben ihn, manche haben er nicht, wenn man mal so schön sagt.
00:44:31: Deswegen kommen Menschen mit Tumore schon insgesamt ein bisschen besser durchs Leben.
00:44:37: Weil es halt ... weil das so ein bisschen die Sache entspannt.
00:44:43: Ich glaube, es war einer meiner Kollegen in Frankreich der mal gesagt hat Humor ist die Höflichkeit der Verzweiflung.
00:44:50: Das heißt wir sind auch verzweifelt.
00:44:52: also auch wir Katonisten glauben nicht dass die Welt nur lustig ist.
00:44:55: ja Wir wissen da das die Politik schwierig ist und das schwierig ist Und die Luft schlecht wird jetzt Klima und alles.
00:45:02: Aber trotzdem zeichnen wir Humor weil wir dann Schlechtreden tut der Rest der welt.
00:45:10: Dafür habe ich noch ein Zitat an von Karl Fallentin, der gesagt hat jedes Ding hat seine zwei Seiten eine gute, eine schlechte und eine komische.
00:45:20: Und ich sage immer Ich bin für die Komische zuständig weil das ist glaube nochmal noch mal einen Blick auf die Wirklichkeit.
00:45:28: Das war jetzt mein Wort zum Sinn.
00:45:32: Hast du ne Lieblingskarton eigentlich?
00:45:36: Oder einer, der dir besonders am Herzen liegt?
00:45:38: Es gibt immer wieder so welche, die ich immer wieder sehr gern mag.
00:45:41: Also das Beispiel ... Das Bild, was auf dem Punkt
00:45:45: drauf
00:45:46: ist, wo man sieht, wie ein alter Herr im Mantel in einer Landschaft steht zwischen Bergen und Wald und hat seinen Dackel dabei, der vor ihm steht.
00:45:59: und der alte Herr sagt zu dem Dacke, wir haben uns verirrt!
00:46:05: Den Weg bis zur Metzgerei kennst du doch, den Rest finde ich dann alleine.
00:46:09: Also sowas gefällt mir ja selbst immer ganz gut, weil es so ein bisschen um die Ecke gedacht ist aber doch irgendwas auf einen Punkt bringt.
00:46:16: oder eben dieses... So eines der ganz frühen Kartons auch wo eine alte Dame vor einem Wegkreuz steht wie das in Bayern häufig zu finden ist und sie sagt zum Jesus am Kreuz Du verzeihst immer alles und ich vergess immer alles.
00:46:35: Am Ende kommt es ja vielleicht aufs Gleiche
00:46:37: raus.".
00:46:39: Auch darüber haben sehr viele gelacht, auch solche die gläubig sind!
00:46:46: Ja wenn du jetzt zurückschaust auf euch war es nicht vierzehn Jahre die Menschkalender und auch zeichne mit dem was nimmst du mit?
00:46:54: oder was bleibt dir so an Erfahrung?
00:46:59: Also insgesamt ist für mich eine sehr positive Erfahrung, muss ich es gestehen.
00:47:04: Wo ich am Anfang ja, wie ich schon sagte, ein bisschen skeptisch war ob das gemocht wird, ob das überhaupt akzeptiert wird und so weiter oder ob das zu schwer ist, ob man da überhaupt was einfällt usw.
00:47:16: habe jetzt so das Gefühl... Das hat sich so entwickelt, wird so gut angenommen.
00:47:23: Ich kriege so viel positive Resonanz Und ich zeichne ja nach wie vor viele andere Themen, illustriere Kochbücher.
00:47:30: Ich mache Yoga-Bücher oder dies und das.
00:47:33: Völlig andere Dinge.
00:47:35: Und trotzdem gehört dieses Thema ... Wir nennen es ja Demensch nicht Demenz.
00:47:41: Das fand ich auch eine sehr gute Idee.
00:47:44: Gehört ist mittlerweile so in mein Alleealltag wie kaum ein anderes.
00:47:50: Ja?
00:47:50: Ich hab so das Gefühl dass das finde so richtig guten Anklang und es macht, stimmt einem ja wirklich zufrieden.
00:47:58: Da kann man ja nicht meckern.
00:47:59: Natürlich ja völlig gar nicht hier sitzen, damit wir reden können.
00:48:02: Ja
00:48:02: vielleicht.
00:48:03: Das stimmt.
00:48:05: Und wenn du in die Zukunft haust was findest oder was würdest du dir wünschen dass sich gesellschaftlich politisch miteinander noch ändert?
00:48:15: Naja also politisch kann man halt nur sagen Dass dieser ganze Sozialbereich, das ist ja nicht nur die Demenz-Bereich.
00:48:23: Also dass da nicht immer noch mehr gekürzt wird.
00:48:28: Dass wir überhaupt Heime haben und dass wir überhaupt irgendwie planen für diese Gruppe von Menschen.
00:48:35: Ich meine, ich will es ja nicht sagen, dass nicht geplant wird aber dass man da vielleicht noch mehr Gas gibt.
00:48:42: Dass die Gelder überhaupt da frei gemacht werden damit arbeiten können.
00:48:46: Dass man versucht die Pflege, das Pflegepersonal ordentlich zu bezahlen, ordentlich behandeln.
00:48:56: Dass das auch mehr Freude machen kann als nur Stress.
00:49:00: also da muss man halt auch mal gucken immer hingucken.
00:49:03: jetzt bin ich aber kein Politiker Ich kann das immer noch sehen oder lese es eben selbst in den Zeitungen oder irgendwie Dokumentationen im Fernsehen.
00:49:13: ja heute stand auch was in der süddeutschen Dass jetzt irgendwie Sprachforscher so schon daran sind, wenn sie mit Menschen reden lassen an der Sprache.
00:49:25: Ob die eventuell mal dement werden könnten oder sowas.
00:49:29: Naja also sag mal das sind so Dinge die liest man, die können ja wieder helfen vielleicht als in der Stoffesammlung für den nächsten Projekt her.
00:49:37: aber Ja, da kann man auch wieder was
00:49:39: draus machen.
00:49:41: Ich warte drauf nächstes Jahr auf der Kalender, gell?
00:49:47: Da wünsche ich mir schon, dass es einfach von der Politik her mehr Kraft kriegt und natürlich auch mehr.
00:49:57: alle sind da gefordert.
00:49:59: Weil das wird nicht besser!
00:50:01: Man darf nicht denken, das geht von alleine weg.
00:50:04: Ja, das denke ich auch.
00:50:07: Ich will jetzt nicht so weit auswohlen aber wenn man sich allein anschaut wie unser Pflegesystem aufgebaut ist und wie sich die demografische Entwicklung den nächsten Jahr verändern wird, wird es nicht umhinkommen dass jeder irgendwie mehr macht.
00:50:22: mir schaut sich mit Tim beschäftigt Und das muss ja auch gar nicht heißen, dass jetzt jeder Pflegefachkraft wird.
00:50:29: Ich bin jetzt gerade so dabei ... auch manchmal Überlegungen zu machen für Kartons über dieses Thema, dass man immer länger leben kann, immer gesünder und noch länger oder ewig leben oder was auch.
00:50:41: Dass man als Hundertreißig werden will oder so Dinge.
00:50:44: Also da ist es ein Thema, wo man ja auch echt ... Kartons dazu machen kann.
00:50:49: Ja?
00:50:50: Also fand ich's jetzt auch grade, hab ich's so ... einen Marktplatz gezeichnet, wo sie ein Infostand war.
00:50:58: Und jemand hat eine alte Frau angesprochen und gesagt, wenn wir nur Rhythmus richtig ernähren oder wenn wir es richtig wollen, dann könnten wir auch ewig leben.
00:51:06: Dann antwortet die alte Dame ja, dann komme ich ja nie in den E-Mail!
00:51:11: So, da denk' ich... Auch da gibt's ja immer die Sichtweise, will man denn ewig Leben?
00:51:17: Oder so und ist dann Ja.
00:51:20: Dreißig Jahre lang krank oder
00:51:22: wird
00:51:22: dreißig Jahren gepflegt?
00:51:25: Das sind ja Dinge über die wir jetzt alle nachdenken und das ist natürlich für mich als Kartonsachner auch immer Themen, die ich inhaliere um mal zu gucken was da so bei mir dann sich abspielt im Kopf her.
00:51:40: Ja, also ich freue mich dann auf den nächsten Kalender.
00:51:42: Bis dahin kann ich erst mal für twenty-sevenundzwanzig quasi den aktuellen sehr empfehlen.
00:51:47: Links alles findet ihr in den Show Notes zum Buch oder zum Kalender und natürlich auch zu dem Poster das man sich bestellen kann.
00:51:56: Eine allerletzte Frage habe ich noch wenn du flinkenangehörigen etwas mitgeben könntest ein Rat eine Idee eine Erfahrung welche wäre es?
00:52:09: Es war gut!
00:52:10: Da wird die Male ganz ruhig.
00:52:12: Ich komme natürlich immer so mit meinem Humor um die Ecke, aber ich würde immer sagen ja eine gewisse Gelassenheit mal bei sich suchen bevor man nur in Hektik und den Stress verfällt das wäre vielleicht für mich schonmal eine Idee denn über die Gelassenkeit und über das und über die Offenheit also authentisch zu sein ist nicht plötzlich eine Rolle einnehmen wollen nur weil man jetzt einem Kranken gegenübersteht, sondern ich bleibe umgucken was dann so passiert.
00:52:44: Ich glaube dann sprichst du schon ... Dann hast du die halbe Miete.
00:52:49: Wäre das eine Ansage?
00:52:50: Ja, ist ja ne Menschsein!
00:52:53: Mensch sein und
00:52:54: echt bleiben.
00:52:56: Das ist so.
00:53:00: nicht jetzt gleich den Overdoctor spielen oder besser als er, sondern das bin ich und das bist Du.
00:53:08: Mal wird mir geholfen, mal wird dir geholft.
00:53:11: Ich glaube das ist gar nicht so schwierig immer aber es wird oft so schwierig gemacht.
00:53:17: Das sind ganz normale zwischenmenschliche Dinge die man eigentlich anstreben sollte.
00:53:23: Es ist doch so wenn du heute in einem Hochhaus wohnst und du kennst noch nicht einmal deine Nachbarin drunter oder neben dran oder grüßt den auch nicht mal.
00:53:35: Und da fehlt irgendwann, denkst du, ist der jetzt weggezogen oder ist er jetzt krank?
00:53:39: Das sind ja alle so ... dass man so ein bisschen mit denkt, beobachtet, guckt.
00:53:44: Dabei offen ist das hilft viel mehr als nur in sein Ego-Ding durchzuziehen.
00:53:49: Ja
00:53:50: total.
00:53:51: Also jedem einzelnen und allen als Gesellschaft auch.
00:53:54: Ein
00:53:54: bisschen beobachten die Menschen, gucken was passiert.
00:54:01: Vielleicht mal Bier trinken!
00:54:05: Also, wie wir mit dem KIP eingestiegen haben.
00:54:10: Ja, okay,
00:54:11: gerne.
00:54:11: Danke lieber Peter, dass du da warst und ...
00:54:14: Auch dir vielen Dank für ein schönes Gespräch!
00:54:20: Ja das war's mit dieser Folge Leben lieben pflegen.
00:54:22: ich habe zum Abschluss noch ein paar Neuigkeitenangebote von Desideria Für euch.
00:54:27: Desiderias ist ja ein Verein Der sich für Angehörige von Menschen mit Demenz einsetzt und der verschiedene Angebote hat.
00:54:34: eines.
00:54:35: Diese Angebote sind die angehörigen Seminare, die finden in der Regel digital statt.
00:54:40: Die Teilnehmenden treffen sich in einer kleinen Gruppe von maximal acht Personen mit einem erfahrenen Therapeuten oder Therapeutinnen.
00:54:48: Jede Seminarreihe umfasst zehn Termine zu je zwei Stunden ihr erhalteter Informationen zur Demenz, zur Therapie.
00:54:57: Aber vor allem ist es auch ein geschützter Raum, um sich auszutauschen.
00:55:01: Und ich kann wirklich sehr mutigen das mal zu probieren!
00:55:04: Die Termine findet ihr auf der Homepage und in den Shownotes.
00:55:07: Ich verlinke alles und schaut gerne hinein.
00:55:10: Wenn euch dieser Podcast gefällt dann teilt ihn gerne mit anderen Angehörigen und Interessierten und ich freue mich natürlich auch wenn ihr Leben, Leben fliegen abonniert und uns auf der Podcastplattform eurer Wahl bewertet.
00:55:23: Ganz herzlichen Dank!
00:55:28: Der Desideria-Podcast zu Demenz und Familie.
00:55:32: Redaktion Pergi Elfmann, Produktion Til Wallenweber.
00:55:37: Leben liebigen ist ein Angebot von Desiderias.
00:55:41: Empfehlt diesen Podcast gerne weiter!
00:55:43: Alle Folgen und Informationen findet ihr in den Shownotes auf lebenliebenpflegen.de und auf Instagram unter desideriapunkt.ev.
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